Der entlehnte Begriff „Blog“ ist eigentlich die Kurzform von Weblog, welches selbst ein Kompositum aus Web und Log ist. Das Genus leitet sich vom rechten Betsnadteil des Kompositums ab – also muss Weblog, ebenso wie das Log neutrum sein.
So die Herleitung. Tatsächlich setzt sich im Alltag und in den Medien immer mehr die maskuline Form durch.
Eine nach Jahren aufgegliederte Suche in den deutschen Tageszeitungen im Deutschen Referenzkorpus zeigt, dass das Verhältnis Neutrum/Maskulinum sich über die Jahre tatsächlich vom Neutrum zum Maskulinum verschoben hat (die Rauten sind die tatsächlichen Werte, die ansteigende Linie ist die Regressionsgerade für diese Werte:
Mein Sprachgefühl hängt also schlicht in der ersten Hälfte der 2000er fest, in der ich zum ersten Mal mit Blogs in Berührung gekommen bin.
Aber woher kommt dieser Trend zum Maskulinum? Nun, die semantisch motivierte Genuswahl, bei der einem Lehnwort das Genus der deutschen Entsprechung (oder des am nächsten verwandten deutschen Wortes) verpasst wird, ist nur eine von zwei Strategien. Die andere ist phonologisch: Das Lehnwort erhält das Genus eines lautlich verwandten Wortes.
Mehr Infos, mehr Grafiken und den kompletten Text findet ihr im Sprachlog, von auch der obige Auszug stammt.


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