FSK: Film über Homosexuelle kann zu „Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung“ führen

Oliver Lysiak von den Fünf Filmfreunden übt berechtigte Kritik an der FSK, nachdem diese dem Kinofilm „Romeos… anders als du denkst“ mit einer Freigabe „ab 16 Jahren“ gekennzeichnet hat. In dem Streifen geht es um einen 20-Jährigen, der als Mädchen auf die Welt gekommen ist, und desses erste Liebe natürlich mit einigen Wirrungen einhergeht. Klingt nach einemgefälligen Mix aus Coming-of-Age-Drama und Coming-Out-Geschichte.

Nun liefert die FSK folgende Begründung für ihre Einstufung:

[…] behandelt der Film ein schwieriges Thema, welches für die Jüngsten der beantragten Zuschauergruppe, die sich in diesem Alter in der sexuellen Orientierungsphase befinden, sehr belastbar sein könnte. Das Thema selbst ist schon schwierig für 12 bis 13jr und die Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Homosexualität im Film könnte hier zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führen. Die explizite Darstellung von schwulen und lesbischen Jugendlichen und deren häufige Partnerwechsel können verwirrend auf junge Zuschauer wirken, auch wenn der Film auf der Bildebene nicht schamverletztend ist und niemanden diffamiert. Der Film spiegelt eine verzerrte Realität wider, die Kinder auf Grund keiner oder zu geringer Erfharung nicht erkennen können.

Aus dem Kommentar von Oliver Lysiak dazu:

WTF? Wenn Til Schweiger massenweise Tussis flachlegt, in Hangover 1 und 2 asoziales Verhalten glorifiziert und unsafer Sex propagiert wird, in Twilight Bella sich mit Vampiren und Werwölfen paart und bei der Geburt beinah zerfetzt wird ist das alles schnieke, aber wenn queere Jugendliche gezeigt werden die sich ebenso benehmen wie Jugendliche es tun, dann ist das desorientierend und verwirrend? […]
[…] es geht mit(sic!) nicht darum, ob sich 12jr den Film ansehen wollen – sondern nur darum, dass hier mal wieder auf ekelige Weise mit zweierlei Maß gemessen wird.

Den kompletten Rant lest ihr bei den Fünf Filmfreunden: Dieser Film macht schwul… meint die FSK

Die Kritik ist definitiv berechtigt, gerade wenn man sieht, wie selbstverständlich heute FSK6 und FSK12 Filme aus Hollywood Sex auf der Leinwand inszenieren. Man muss erwähnen, dass die FSK auch für solch „sexuell desorientierende“ Filme schon vernünftigee Urteile gefunden hat (XXY z.B.). Ist das Ganze nun ein Versehen oder hat die FSk den Blick für die Realität verloren?

Daneben ist die Urteilsbegründung so oder so. Frauen flachlegen = prima. Schwul sein = sexuell desorientiert. Willkommen im 21. Jahrhundert.

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