Archiv für Dezember 2011

Trailer-Mashup: Alien/Prometheus

Toller Trailer-Mix: Szenen aus Alien im Stile des Prometheus-Trailers.


(via Fünf Filmfreunde)

28c3-Vortrag: Sprachlicher Nebel in der Politik

Und noch ein interessanter 28c3-Vortrag, diesmal mit sprachwissenschaftlichem Einschlag zu Sprachhacks seitens der Politik. Alle weiteren Videos vom Event findet ihr im 28c3-Kanal auf Youtube.

Aus der Beschreibung zum Vortrag „Die Koalition setzt sich aber aktiv und ernsthaft dafür ein“:

Aktuelle politische Texte (Reden, Interviews) werden auf Leerformeln, Füllsel und Übertreibungen untersucht, die den Text entlarven, selbst wenn der Autor versucht, die Hörer bzw. Leser einzulullen, bestimmte sprachliche Mittel verraten, welche eigentlichen Meinungen sich im Text verstecken. Auf diese Weise wird in den Texten sichtbar, was Wilson und Shea als „Fnord“ bezeichnen.

Der Sprachwissenschaftler Victor Klemperer hat festgestellt: „Was jemand willentlich verbergen will, sei es vor anderen, sei es vor sich selber, auch was er unbewusst in sich trägt: Die Sprache bringt es an den Tag.“ Besonders deutlich wird das an Ausdrucksmitteln, die als „Nebelsprech“ bezeichnet werden können: Es handelt sich dabei vor allem um sprachliche Füllsel (Pleonasmen), die im jeweiligen Kontext nichts zur Bedeutung eines Textes beitragen, sondern einer Aussage nur Nachdruck verleihen sollen, den die Aussage gar nicht benötigen würde, wenn sie ernstgemeint wäre. So heißt es im Koalitionskompromiss zum Weiterbau der A100 in Berlin: „Das Projekt des 16. Bauabschnitts der BAB 100 wird nicht grundsätzlich aufgegeben. Die Koalition setzt sich aber aktiv und ernsthaft dafür ein, dass eine Umwidmung der Bundesmittel ermöglicht wird.“ Die Adverbien „aktiv“ und „ernsthaft“ haben hier eine entlarvende Wirkung, denn ein passiver und scherzhafter Einsatz für eine Forderung ist ja gar nicht vorstellbar. In der Rhetorik spricht man in diesem Zusammenhang von einer Hyperbel, die allerdings im vorliegenden Fall misslungen ist, denn die hyperbolische Steigerung legt nahe, dass mit Aktivitäten in diesem Zusammenhang möglicherweise nicht zu rechnen ist. Auch wenn „vorbehaltlos, rückhaltlos und umfassend analysiert“ wird (Merkel), sollte man hellhörig werden, denn was „völlig ungefährlich“ und „gänzlich unbedenklich“ ist, hat meist einen Haken.

28c3: Vortrag zum Echten Netz

Vortrag von Markus Beckedahl und Falk Lüke von der Digitalen Gesellschaft e.V. zum Thema Netzneutralität. (Pre-Release)

Um das Thema noch populärer zu machen, wurde zudem eine neue Info-Website ins Leben gerufen: EchtesNetz.de

Neues Gesetz: Warum Unternehmen mit hohem Energieaufwand von der Netzgebühr befreit werden

Ab 1. Januar 2012 gibt es ein neues Gesetz, welches festlegt, dass die Unternehmen mit dem höchsten Energieverbrauch deutlich weniger für die Nutzung des Stromnetzes bezahlen als Privathaushalte oder kleine Betriebe. Denn wer am meisten verbraucht, sollte natürlich auch am wenigsten zahlen, weil… öhm… weil… tja.

Energieintensive Unternehmen, die mindestens 7.000 Stunden im Jahr Strom beziehen und mehr als 10 Gigawatt verbrauchen, zahlen für die Nutzung des Stromnetzes sogar gar nichts mehr. Von der Befreiung begünstigt sind große Aluminium- und Stahlhütten, Papier-, Glas- oder Zementhersteller und auch große Rechenzentren. […]

An eine offene Diskussion im Wirtschaftsausschuss kann sich kein Parlamentarier erinnern. Das muss wohl hinter den Kulissen gelaufen sein, vermuten Oppositionspolitiker. Erst am Abend bevor das Gesetz im Wirtschaftsausschuss beschlossen wurde, tauchte die Idee einer Ausnahmeregelung für Großverbraucher in einem Änderungsantrag der Regierungsfraktionen von CDU/CSU und FDP auf. Zwei Tage später wurde die Netzentgeltbefreiung dann mit der Stimmenmehrheit der schwarz-gelben Koalition im Bundestag verabschiedet – gültig mit Beginn des kommenden Jahres. Für Holger Krawinkel ein Beispiel dafür, wie Politik eigentlich nicht gemacht werden sollte:

„Man spricht hier auch von dem sogenannten Mitternachtsparagrafen. Also kurz vor Toresschluss wurde eine Änderung der Politik übergeben. Und die hat das in das Gesetz beziehungsweise die Verordnung mit reingenommen. Das ist natürlich sehr intransparent.“

Den kompletten Artikel zur verfehlten „Netz-Politik“ findet ihr beim Deutschlandradio: Null Euro Netzgebühr für große Stromverbraucher (via CDU Watch)

Google Plus: Google löscht den Mittelfinger

Censorship - Fuck You Finger on Google Plus
Fuck you, G+! Techcrunch-Redakteur MG Sieglers Profilfoto in Googles sozialem Netzwerk.

Googles soziales Netzwerk Google Plus befindet sich eigentlich schon seit dem Start auf dem absteigenden Ast: Erst die Klarnamen-Debatte, anschließend das Problem der geringen Aktivitäten im Freundeskreis (auch bekannt als MySpace-Syndrom). Auch wenn ich den Service gerne nutze und einige interessante Sachen dort entdecken konnte, so lässt die neueste Maßnahme mich erneut an Googles Taktik zweifeln.

Der Netzgigant zensiert die Profilbilder seiner Nutzer auf G+, wie Techcrunch-Autor MG Siegler berichtet (via Nerdcore):

Earlier today I noticed something funny. My Google profile picture — the picture associated with my Gmail account, my GChat account, my Google+ account, etc — had vanished. A bug? Nope.

It turns out, Google — without telling me — went into my account and deleted my profile picture. Why? Because I am giving the middle finger in it. See: above.

While ridiculous prudish, I figured this was probably the case so I uploaded the picture again to make sure. Sure enough, gone. At least this time, Googler Alex Joseph left a comment as to why:

As the first point of interaction with a user’s profile, all profile photos on Google+ are reviewed to make sure they are in line with our User Content and Conduct Policy. Our policy page states, “Your Profile Picture cannot include mature or offensive content.” Your profile photo was taken down as a violation of this policy. If you have further questions about the policies on Google+ you can visit http://www.google.com/intl/en/+/policy/content.html, or click the “Content Policy” link located in the footer of Google+ pages.

WTF, Google?

How to become a Panda

Panda Evolution Gif
(via KFMW)

Don Cherry’s Piano Desk

Youtube, you so silly.


(RBFlicks, via reddit)

28. Chaos Communication Congress: Kommunikationsguerilla-Vortrag „Politik hacken“

Auf dem 28C3 halten Alexander Müller und Montserrat Graupenschläger einen Vortrag zu Kommunikationsguerilla, Medienguerilla und Maßnahmen abseits der klassischen Protestwege. Einige Beispiele wie das Hi-Jacking der FDP-Wahlparty in Berlin oder die „C wie Zukunft“-Kampagne dürften den kundigen Internetusern bekannt vorkommen. Der Vortrag ist dennoch sehr sehenswert für alle, die mehr zu Political Hacking und Kommunikationsguerilla erfahren möchten. (Glorreich wird’s ab 23:30)


(via Just)

Von der Event-Seite des CCC:

Der Vortrag stellt anhand von Beispielen ein Toolset an Möglichkeiten des regelverletzenden und gewaltfreien Mitmischens und Einmischens in Politik vor.

Anonymous, die Hedonistische Internationale, Telecomix oder die Space Hijackers sind einige der Netzwerke, die eine neue Art des Protests und der politischen Einmischung erproben. Ihnen ist gleich, dass sie mit ihren Aktionen immer auch in den medialen Diskurs eingreifen wollen — und auf eine Richtig- bzw. Weichenstellung für eine andere Wahrnehmung der Welt setzen. Das gilt sowohl für die Wahrnehmung der Medien als auch für die Wahrnehmung von Politik. Bilder und Images werden uminterpretiert, gesellschaftliche Codes geknackt, offene Flanken genutzt. Dabei setzt diese Form des Protests auf Regelverletzung und eine neue Interpretation der Zeichen.

Die Aktionen der Aktivistinnen können sehr unterschiedlich aussehen. So können Demos regelrecht gehackt werden, wie etwa eine Demonstration von Guttenberg-Anhängern. In diesem Fall war es der Hedonistischen Internationale (HI) gelungen, eine Pro-Guttenberg-Demonstration bei der Versammlungsbehörde anzumelden und die Mobilisierung der echten Guttenberg-Fans zu nutzen — und diese dann auf der Demonstration umzudeuten. Hierdurch wurde die Person Guttenberg zum Abgang noch einmal so lächerlich gemacht, dass eine Rückkehr des ehemaligen Verteidigungsministers zumindest heute unwahrscheinlich erscheint.

Um News-Hacking ging es in einer gemeinsamen Aktion der HI und “Der Partei”. Hier nutzten die Aktivisten den klassischen “18 Uhr Wahlabend”-TV-Moment, um die Niederlage der Berliner FDP auf deren Wahlparty bei Freibier live im Fernsehen zu feiern.

kino.to-Urteil: Streaming = Vervielfältigung von Inhalten?

Im Prozess gegen einen Mitarbeiter von kino.to hat der zuständige Richter am Amtsgericht Leipzig erklärt, dass auch das Streaming von illegal hochgeladenen Inhalten strafbar ist:

Wer illegale Streams im Internet nutzt, macht sich strafbar, da rechtsverletzende Verbreitung und Vervielfältigung stattfindet.

Laut der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) habe der Richter die Vervielfältigung mit dem Downloaden gleichgesetzt. Streaming sei demnach zeitweiliges Herunterladen. Datenpakete werden sukzessive heruntergeladen (= vervielfältigt). Wie die SZ erklärt, würden sich damit alle vier Millionen Nutzer von kino.to strafbar machen, da ihnen bewusst sein müsse,, dass hinter den Streaming-Portalen „eine Vervielfältigungshandlung stehen könnte“.

Aus Sicht eines Strafverteidigers sieht das jedoch etwas anders aus:

Wie der RiAG zu der Annahme kommt, „Vervielfältigen ist gleich Downloaden“, weiß ich nicht. Vielleicht hat er auch nur die Ansicht „Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen“ verinnerlicht. Warten wir die schriftlichen Urteilsgründe ab.

Wenn man sich den Vorgang des Streamings bei Lichte betrachtet, handelt es sich wie bei jeder Datenübertragung im Grunde um einen Kopiervorgang. Der Film wird häppchenweise im Zwischenspeicher des eigenen Rechners abgelegt. Im technischen Sinne liegt dort also für einen kurzen Moment eine Kopie herum.

Technik hat aber nur am Rande etwas mit Recht zu tun. Insbesondere das Strafrecht hat da ganz eigene Regeln. Zum Beispiel das Übermaß- und Analogieverbot. § 106 UrhG will verhindern, daß geschützte Werke dauerhaft kopiert werden. Dies läßt sich zwanglos aus § 16 Abs. 2 UrhG ableiten, der von einer “wiederholbaren Wiedergabe“ spricht.

Die komplette Gegenargumentation findet ihr auf kanzlei-hoenig.de. Via law blog.

2011: The Year in Gaming

Nach dem Kino-Jahresrückblick nun ein paar schon montierte Szenen aus den Spielen des Jahres 2011. Und trotz Placebo im Hintergrund ist das Teil nicht GEMA-gesperrt, nice.


(von User MalcomWKlock)