Netzdilemma: Datensammelei bei Google, Zensur bei Twitter

Neue Datenschutzrichtlinien bei Google, Zensur bei Twitter
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Vor kurzem machte sich Google zu einem der Vorreiter in Sachen SOPA-Proteste, vor wenigen Tagen gab man nun per Blog-Post bekannt, dass man neue Datenschutzrichtlinien einführen wird. Die Richtlinien treten ab 1. März 2012 in Kraft, die Zustimmung ist für euch verpflichtend, falls ihr bei Google eingeloggt seid. Google wird damit die Daten, die sie mit ihren über 70 Services sammelt, noch stärker vernetzen.

Im Kern besagen die neuen Richtlinien, dass Nutzerdaten der verschiedenen Google-Dienste wie der Google Plus, Maps, News, Youtube oder Picasa, aber auch Geodaten von verbundenen Android-Smartphones verknüpft und aufgezeichnet werden. Dies führt angeblich zu einer besseren Internet-Erfahrung, da diverse persönliche Informationen in die Suchkriterien einbezogen werden können.

Twitter schmeichelt sich derweil bei den restriktiven Nationen ein und kündigt unter dem Titel Tweets Still Must Flow eine länderspezifische Zensur von Tweets an:

As we continue to grow internationally, we will enter countries that have different ideas about the contours of freedom of expression. Some differ so much from our ideas that we will not be able to exist there. Others are similar but, for historical or cultural reasons, restrict certain types of content, such as France or Germany, which ban pro-Nazi content.

Until now, the only way we could take account of those countries’ limits was to remove content globally. Starting today, we give ourselves the ability to reactively withhold content from users in a specific country — while keeping it available in the rest of the world.

Jannis Kucharz dazu auf Netzfeuilleton.de: Mit der Selbstunterwerfung der Zensur sichert sich Twitter den Zugang zum chinesischen Markt, momentan ist dort vor allem der Microblogging-Service von Sina Weibo verbreitet. Andere Dienste, wie Baidu und Fanfou wurden dort bereits abgeschaltet, weil so kritische Themen wie Menschenrechte oder Liu Xiaobo angesprochen wurden.

So viel also zu den revolutionsfördernden sozialen Netzwerken.

Hier die Artikel, aus denen die Ausschnitte stammen zum Nachlesen und Nachdenken:
Google will User komplett überwachen (Netzpolitik.org)
Ihr Tweet ist in diesem Land leider nicht verfügbar (Netzfeuilleton.de, via Netzpolitik.org)

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1 Antwort auf „Netzdilemma: Datensammelei bei Google, Zensur bei Twitter“


  1. 1 Twitter-Zensur und was sie bedeutet « The Dead Cat Bounce Pingback am 27. Januar 2012 um 23:09 Uhr
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