Gauck und die Überfremdung

Die Publikative hat nach dem #Notmypresident-Shitstorm für Gauck und dem Gegen-Shitstorm seitens der Medien, welche das kontextlose Zitieren kritisiert haben, einen interessanten Artikel zum Bald-Bundespräsidenten Joachim Gauck online gestellt. In diesem widmen sie sich Gaucks Zitaten (im Kontext) zu den Themen Islam und Überfremdung.

Allein der Einleitungstext ist pures Gold:

Diese fiese Netzgemeinde, zitiert den Bundespräsidenten der Herzen gar nicht komplett und bläst mit unlauteren Mitteln zum Shitstorm. Das beklagen die selben Medien, die zuvor kleinteilig aus persönlichen Anrufen zitierten, die ihnen von Springer geliefert worden waren. Doch wer wäre die Publikative, die Kritik an verkürzten Zitaten nicht anzunehmen? Und so veröffentlichen wir einen längeren Ausschnitt aus einem Gauck-Interview. Der Inhalt, mal wieder: Sarrazin, Überfremdung, Kommunismus. Wir wünschen viel Spaß mit dem künftigen Bundespräsidenten.

Hier der kompletten Artikel: Voll im Kontext: Gauck und die Überfremdung

Ich muss allerdings sagen, dass ich diese Aussagen von Gauck für differenziert halte. Ein einfaches Pro-Sarrazin und Anti-Islam kann man ihm damit nicht anhängen. Aber: Es ist eindeutig, dass Gauck sich mit Themen wie Migrantenproblematik und Islam nicht richtig auskennt. Das Denken in Kategorien wie „fremd“ versus „eigen“ ist mehr als bedenklich. Und ob Gauck sich wirklich mit den („voraufgeklärten“) Predigten in Moscheen auskennt, wagt man zu bezweifeln.

Aber ja, schaut am besten für euch selbst:

Soviel zu der Diskussion. Das Ganze hinterlässt einen merkwürdigen Beigeschmack. Das liegt an der unreflektierten Position der Medien, aber auch an der Art, wie der Beschluss zustande gekommen ist. Irgendwie scheinen erst jetzt einige Politiker zu hinterfragen, wen sie da überhaupt ausgewählt haben. Oder wie Publikative.org schreibt:

Wenn bei den Grünen jetzt, nachdem man Gauck zwei mal nominiert hat, Kritik an dessen Position halblaut wird, wird die ganze Inhaltsleere dieses Theaters besonders deutlich. Und wer meint, die Demokratie sei ausschließlich wegen eines Schnäppchenjägers aus Osnabrück in Gefahr, der irrt. Fehlender Mut zur politischen Auseinandersetzung und klebrige Harmoniesucht sind mindestens ebenso gefährlich.

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