Archiv für März 2012

Die Geschichte des 1. April

Kleine Erinnerung: Morgen ist der 1. April. Passend dazu hat jeremiahjw das Video The History of April Fools Day erstellt und dazu noch ein paar Rage Faces eingebaut.


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Was passiert in einer Minute im Internet? (Infografik)

Infografik von Intel zu den Ereignissen im Web innerhalb von 60 Sekunden. Zum Vergrößern klicken.

What Happens in an Internet Minute - Infographic

Urheberrecht: Das Problem der Schutzfristen (Grafik)

Nachdem vorgestern 51 „Tatort“-Autoren die Debatte um eine Verkürzung der Schutzfristen kleingeredet hatten, gibt es nun ein (weiteres) klares Argument gegen die Fristen. Leonhard Dobusch weist auf Netzpolitik.org auf eine neue Studie hin, welche das Problem mit der „Lücke des 20. Jahrhunderts“ für neu erschienene Bücher darstellt.

Copyright-Forscher Paul Heald von der University of Illinois hat in dieser Grafik die beim Online-Händler Amazon verfügbaren neuen Büchern aufgeführt und sie nach Erscheinungsjahr aufgetragen:

Die Lücke des 20. Jahrhunderts - Grafik für neu erschienene Bücher im Amazon Warehouse

Hierzu Netzpolitik.org:

Es zeigt sich, wie die Länge der urheberrechtlichen Schutzfristen Digitalisierung und Zugang zu Büchern und damit dem kulturellen Erbe behindern, weil große Mehrzahl der Werke zwar auch noch Jahrzehnten noch urheberrechtlich geschützt sind, eine Verwertung sich aber bereits nach wenigen Jahren nicht mehr lohnt. Das Diagramm veranschaulicht also sehr schön, was in der Debatte um “verwaiste Werke” als die “Lücke des 20. Jahrhunderts” bezeichnet wird.

Für den Fall, dass mal wieder jemand sagt, die „Netzgemeinde“ würde keine Argumente in dieser Sache vorbringen.

Artikel auf Netzpolitik.org: Die Lücke des 20. Jahrhunderts: Visualisierung des Schutzfristenproblems im Urheberrecht

edit: Dazu gibt’s auch noch das Video der Präsentation von Paul Heald zum Thema: Do Bad Things Happen When Works Fall into the Public Domain: The Market for Audiobooks.


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Game of Ponies

Für alle Flauschkrieger: Das epische Game-of-Thrones-Intro mit den Charakteren von My Little Pony. Toll inszeniert.


(Direktlink, via Rivva)

Drunk Guy sings „Bohemian Rhapsody“ in a Police Car

Ein betrunkener Typ wird von der Polizei verhaftet und lässt seinem Ärger darüber freien Lauf – indem er „Bohemian Rhapsody“ von Queen singt. Beste Unterhaltung garantiert.


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Drehbuchautoren, „Total-Buy-Out“ und die Probleme der Urheber

Gestern haben 51 Drehbuchautoren der ARD-Krimireihe „Tatort“ mit einem offenen Brief für Aufsehen gesorgt, in dem sie sich an Grüne, Piraten, Linke und die „Netzgemeinde“ wenden. Darin fordern sie die besagten Parteien u.a. dazu auf, sich von „Lebenslügen“ zu verabschieden. Die Autoren werfen ihnen vor, mit der Kürzung von Schutzfristen „Symbolpolitik“ zu betreiben, und ihn der Debatte um das Urheberrecht keine konstruktiven Vorschläge vorzubringen.

Abgesehen davon, dass ausgerechnet die Autoren der am besten finanzierten deutschen Krimiserie sich hier beschweren, die darüber hinaus auch noch von der öffentlichen Hand bezahlt werden, steckt in diesem Pamphlet mehr Polemik als durchdachte Argumentation. Wie immer wird die Netzgemeinde zu einem großen Ganzen verklärt, der Unterschied zwischen ‚kostenlos‘ und ‚frei‘ wird erläutert, als rede man hier mit einem Achtjährigen, die Kürzung(!) von Schutzfristen wird gleichgesetzt mit einer Enteignung der Autoren, viele Vorwürfe sind haltlos (z.B. „Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass nirgendwo eine Argumentation versucht wird, warum gerade diese Eigentumsform überhaupt eine Einschränkung erfahren darf“), etc. pp.

Netzpolitik.org sowie 51 Hacker aus dem Chaos Computer Club („Wir glauben, es hackt!“) haben hierzu schon passende Antworten verfasst. Hervorzuheben ist auch das Positionspapier der Piraten zum Thema, das auf viele Vorwürfe der Autoren passende und intelligente Antworten präsentiert.

Nach dem Regener-Rant ist dies aber nur ein weiteres Beispiel dafür, wie verfahren die Debatte um das Urheberrecht ist. Dabei geraten ganz andere Problemfelder (über die sich auch die Künstler aufregen) manchmal aus dem Blickfeld. Da wäre z.B. die Praxis der „Total-Buy-Outs“, durch welchen die Urheber ihre Rechte an der Verwertung eines Artikels komplett an den Verlag abtreten.

Das Handelsblatt legte iRights.info-Autor Matthias Spielkamp folgende „Optionen“ vor:

Im Hinblick auf die multimediale Nutzung aller Beiträge erlauben wir uns, Sie darauf hinzuweisen, dass seit jeher mit jeder Honorarzahlung die Einräumung und Nutzung des Printmedien-, des Multimedia-, des Datenbank-, sowie des Werberechts zur ausschließlichen, zeitlich, räumlich und inhaltlich unbeschränkten Nutzung an allen bekannten, körperlichen und unkörperlichen Nutzungsarten abgegolten ist. Das Gleiche gilt für das Übersetzungs- und Bearbeitungsrecht sowie das Recht, die Beiträge unter bestimmten Voraussetzungen auch für unbekannte Nutzungsarten zu nutzen. Der Verlag darf die Nutzungsrechte auch auf Dritte übertragen.

Thomas Stadler zweifelt auf Internet-Law.de nicht nur an der Rechtmäßigkeit solcher Verträge. Er fasst dazu auch die ganze Absurdität der Diskussion noch einmal zusammen:

Was hier helfen würde, wäre ein weiterer Ausbau des Urhebervertragsrechts zugunsten der tatsächlichen Urheber, damit Knebelverträge wie die des Handelsblatts endlich der Vergangenheit angehören. Entsprechend effektive gesetzliche Regelungen hat die Verlagslobby aber bereits vor 10 Jahren erfolgreich zu verhindern gewusst. Vor diesem Hintergrund ist es für mich immer wieder erstaunlich, dass sich Autoren auch noch freiwillig vor den Karren der Urheberrechtsindustrie spannen lassen.

Den kompletten Artikel von ihm findet ihr hier: Wie das Handelsblatt mit Autoren umgeht

Verwandter Artikel:
ZAPP: Urheberrecht – Selbstbedienung der Verlage

„Gemacht um kaputtzugehen“: Geplante Obszoleszenz in der Wegwerf-Gesellschaft

Das iPod gibt seinen Geist auf – drei Tage nach Ablauf der Garantiefrist. Ein Drucker produziert nur noch Fehlermeldungen – nicht weil er wirklich kaputt wäre, sondern weil ihn ein geheimer Zähler nach einer bestimmten Anzahl von Seiten dazu bringt. Geschichten, die wie Verschwörungstheorien klingen – die dafür aber ein wenig zu häufig vorkommen. Längst gibt es einen Begriff für das Phänomen: Planned Obsolescence, der geplante, vorzeitige Verschleiß von Waren.

Lukas Grasberger hat auf WDR5 einen Beitrag über die „geplante Obszoleszenz“ von Produkten: Hersteller verringern die Lebenszyklen ihrer Produkte systematisch und bringen regelmäßig neue Modelle auf den Markt. Statt Reparatur ist eine Verschrottung der teuren Artikel oftmals preiswerter.

Schöne Verbraucherinformation in Zeiten der Wegwerfgesellschaft. Hier geht’s zur herunterladbaren Audiodatei:

Gemacht um kaputtzugehen – Der geplante Verschleiß technischer Geräte

Birth of a Book

Der englische Telegraph präsentiert die kurze Vignette von Glen Milner, in der er die Herstellung eines Buches begleitet, von der ersten Seite bis zum Einband.


(Direktlink, via Rivva)

A short vignette of a book being created using traditional printing methods.
For the Daily Telegraph. Shot at Smith-Settle Printers, Leeds, England. The book being printed is Suzanne St Albans’ ‚Mango and Mimosa‘ published as part of the Slightly Foxed series.

Painting Reality in São Paulo

2010 gab es auf dem Rosenthaler Platz in Berlin eine tolle Aktion von IEPE, welche die Straßen mit 500 Litern umweltfreundlicher Farbe übergossen haben. Hier das Video zur damaligen Aktion.

Vor kurzem haben findige Künstler in São Paulo ein ähnliches Straßengemälde im Stile der Painting Reality abgeliefert. Ein Video zur Aktion hat Mídia Livre auf Vimeo hochgeladen.


(Direktlink, via welikethat.de)

Stiftung Warentest (1984) versteht nicht den Zweck von Heimcomputern

„Wir prüften sieben Modelle und suchten verzweifelt nach sinnvollen Einsatzmöglichkeiten.“ – Die Stiftung Warentest im Jahre 1984 zum Test von Heimcomputern.

Stiftung Warentest 1984 über Heimcomputer - Enttäuschung ist vorprogrammiert
(via KFMW)