Sven Regeners Copyright-Rant & Neues von der Gema

Zündfunk-Autor Erich Renz wollte von Sven Regener, dem Buchautoren und Sänger der Gruppe Element of Crime, eigentlich nur ein kurzes Statement zum Thema Urheberrecht. Daraus entwickelte sich dann ein Rant zu Gratiskultur, Indiemusik, der Piratenpartei und Coolness. Und sowieso und überhaupt. Auch wenn Herr Regener hier vom Hundertsten ins Tausendste kommt, gibt der Vortrag doch einen guten Einblick in seine Einstellung zum Internet. Da spürt man auch so eine Art Generationenkonflikt.

Zu hören gibt’s den Rant beim BR (hier zum Direktdownload).

Und damit Herr Regener sich nicht alleine aufregen muss, gibt’s für euch auch eine tolle Nachricht. Android Next hat mal die Kosten ermittelt, welche die Gema beim Kauf von jedem Smartphone verlangt. Damit sind neben Brennern, Festplatten und USB-Sticks auch die intelligenten Handys von der Abgabe betroffen. Und man stellt sich mal wieder die Frage, warum die Gema so verbissen gegen Google und Youtube kämpfen muss. Oder warum man dort weiterhin den Schaden durch Raubkopien beklagt, wenn man schon auf anderem Wege Abgaben kassiert allein aufgrund der Möglichkeit des Kopierens.

In Deutschland zahlt man diese Kopierabgaben auf jedes Gerät, mit dem, sowie jedes Medium, auf das kopiert werden kann. Das umfasst neben Rohlingen, Brennern, Festplatten, Fotokopierern, Festplatten, USB-Sticks und Speicherkarten seit Januar 2011 auch Smartphones. Weil wir das bislang nicht wussten, geben wir diese überraschende Information an euch weiter.

Im Einzelnen zahlt man 36 Euro für jedes Smartphone ab einer internen Speichergröße von 8 GB. Für Geräte mit weniger Speicher zahlt man nur 16 Euro, Handys ohne Touchscreen werden mit 12 Euro belastet.

Setzt man diese Abgaben in Relation zu der Zahl von 11,8 Millionen verkauften Smartphones in Deutschland im Jahr 2011, kommt dabei ein erquickendes Sümmchen raus.

Komplette Meldung auf Android Next

edit: Und noch ein interessanter Beitrag des Medienmagazins ZAPP, der die Urheberrechtsfrage aus einer anderen Perspektive beleuchtet: Urheberrecht – Selbstbedienung der Verlage

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4 Antworten auf „Sven Regeners Copyright-Rant & Neues von der Gema“


  1. 1 malvin 09. April 2012 um 9:55 Uhr

    Mich nervt, dass staendig versucht wird, Meinungen wie die Regeners und der 51 Tatort-Autoren mit diesen komischen Kommentaren zu untergraben aber zu keinem Zeitpunkt konkret formuliert wird was die sog digital natives eigentlich wollen!!!

    Klar ist, diese Leute wollen einfach den Content anserer Leute fuer lau nutzen und selbst daraus Profit schlagen. Augenfaellig: Die Purazen wollen angeblich die Urhebettechte staerken, indem sie gleich mal Schutzfristen kappen. Jetzt mal ehrlich, das kann doch nicht wahr sein!!!!
    Und dann das Getue mit ……ja wir die Krestiven. Ich sage kreativ ist auch Helge die Floristin und Udo der Koch.
    Mich beschleicht auch das Gefuehl, dass sich App-Entwickler in die Gema „rein diskutieren“ wollen. Die Gema ist aber fuer Komponisten und Textdichter zustaendig, fuer sonst nix!!!
    Die Gema ist auch nicht der gemeine Vetwerter, die sich selbst die Taschen vollstopft!!!
    Fuer mich is die Sache klar. Wer will dass et ueber die Gema Geld kriegt, der kann der Gema beitreten, das ist ja alles freiwillig. Wer sein Zeug umsonst feilbietet, kann das ja auch machen.
    Was ich anrege: Warum wird keine neue Vetwertungsgesellschaft ins Leben gerufen, die dann mit der Gema konkuriert? In USA gibts DREI Vetwertungsgesellschaften.
    Wenn die Gema einenbestimmten Preis pro klick verlangt, kann sie das natuerlich machen, warum den nicht, es gibt kein Preisdiktat.
    Die Digital Natives sagen immer wie toll die neue Netzwitschaft ist und dass man so gut Geld vetdirnen kann. Dann frage ich mich aber, was sie denn noch wollen, wenn im Netz alles schon so gut ist.

  2. 2 Shmai 09. April 2012 um 15:00 Uhr

    Zu den „digital natives“ kann ich wenig sagen, da diese keine homogene Gruppe darstellen. Mit anderen Worten: So etwas wie eine „Netzgemeinde“ ist schwer auszumachen und wird gerne mal in Diskussionen gedreht und gewendet wie man gerne will. Die vernünftigsten Meinungen zum Urheberrecht habe ich bisher tatsächlich bei den Piraten gelesen:
    Piratenwiki
    Positionspapier

    sowie in einem tollen Text von Florian Felix Weyh

    Ob mehrere Verwertungsgesellschaften und Konkurrenz die Lösung sind, weiß ich nicht zu sagen. Es könnte auch vieles komplizieren. Die Gema hat es allerdings geschafft, es sich mit Konzernbossen, der Industrie und vielen Normalbürgern zu verscherzen. Das wird ihnen (und den Künstlern) auf Dauer eher Nachteile bringen.

  3. 3 ididtapeloopsbeforesamplingwascool 09. April 2012 um 15:39 Uhr

    Was nicht nur hierzulande unter ‚digital natives‘ läuft, sind doch in 99% der Fälle irgendwelche Web2.0 Würstchen und Twitteropfer, die einfach mittesls einer aktuelle Kulturtechnik konsumieren, aber dennoch kackstolz rumposen, als hätten sie das Rad erfunden.

    Tatsächlich liegen beide Seiten falsch:
    http://umwerfend.blogsport.de/2012/04/08/eine-frage-der-liebe/

  4. 4 Shmai 09. April 2012 um 16:13 Uhr

    Es wäre schon ein gewaltiger Fortschritt, wenn man der jetzigen Generation an Usern keine „Umsonstkultur“ unterstellen würde. Da schließt man wieder vom Verhalten einiger weniger auf die gesamte „Netzgemeinde“.

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