Reaktion auf die „100 Kreativen“: Gewalt erzeugt Gegengewalt

Da haben doch tatsächlich neulich 100 „Kreative“ im Handelsblatt erklärt: „Mein Kopf gehört mir“, und sind mit wehenden Fahnen gegen die Forderung der Piratenpartei nach einer „Umsonstkultur“ zu Felde gezogen. Die Sache hatte natürlich einen Haken: diese Forderungen der Piraten existieren gar nicht. Genauso wenig wie eine „Umsonstkultur“.

Allerdings sind die Probleme damit noch nicht aus der Welt und die Titelgeschichte des „Handelsblatts“ strotzt nur so vor Polemik und Strohmann-Argumenten. Deshalb haben Autoren und (laut Handelsblatt) „schmarotzende“ Blogger wie Markus Beckedahl, Thomas Knuewer und Dirk von Gehlen auf den Artikel reagiert und seinen „Kampagnen“journalismus (Beckedahl) komplett auseinandergenommen.

Mit freundlichen Empfehlungen:
Das Handelsblatt schwurbelt durch die unreale Welt
Vom Wissen der Wichser: zwei Thesen zur Urheberrechtsdebatte (Dirk von Gehlen)
„Mein Kopf gehört mir!“: Kampagnen„journalismus“ vom Feinsten (Beckedahl auf Netzpolitik.org)

Die bitterste Erkenntnis ist vielleicht, dass ausgerechnet Journalisten und Künstler, die selbst immer mehr Recht an Verlage und Firmen abtreten müssen, so verzweifelt gegen jene anschreien, die eigentlich ihre Kunden und Unterstützer sein wollen. Und dass besagte Kreative es trotz ihrer Erfahrung und Ausbildung es nicht schaffen, dieses Thema sachlich und wahrheitsgetreu anzugehen. Da ist es nun einmal scheißegal, ob es nun ein Regener, einundfünfzig Drehbuchautoren oder einhundert Leute aus der Contentindustrie sind: Diese Art der Argumentation ist ein Armutszeugnis und eine reine Schmutzkampagne.

Zum Schluss noch ein Wort vom Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch, dessen Einstieg zum Offenen Brief an die Contentindustrie der die Situation einfach wunderbar zusammenfasst:

Liebe Schreiberinnen und Schreiber offener Briefe, liebe an der Nadel des Staates hängende Subventionsjunkies, liebe Leibeigene der Contentindustrie, liebe schlipstragende Verwalter und Verkäufer kultureller „Güter“,

Ihr habt in den letzten Wochen soviel Unfug von euch gegeben, dass es hundert offener Briefe bedürfte, um auch nur das Fundament für eine angemessene Antwort zu legen.

edit: Auch interessanz für die Meinungsbildung: Unter den 100 Handelsblatt-”Kreativen” sind 47 Manager, nur 26 Kreativschaffende

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1 Antwort auf „Reaktion auf die „100 Kreativen“: Gewalt erzeugt Gegengewalt“


  1. 1 „Wir sind die Bürger“ und „Auch wir sind Urheber“ « The Dead Cat Bounce Pingback am 11. Mai 2012 um 12:57 Uhr
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