Hat die CDU ein Homophobie-Problem?

Hat die CDU ein Problem im Umgang mit Homosexuellen? Kann man einer Partei trauen, die sich nicht zu einem klaren Bekenntnis zu Vielfalt und Gleichberechtigung entschließen kann? Oder deren Mitglieder Homosexualität als „Krankheit“ bezeichnen und dies mit teils 5000 Jahre alten Texten rechtfertigen?

Ganz ehrlich: Manchmal wünschte ich mir, die Presse würde sich tatsächlich so politisch neutral verhalten, wie es ihr Kodex eigentlich von ihnen verlangt. Denn wenn die Piraten ein Nazi-Problem haben oder hatten, wie soll man dann einordnen, was so mancher CDU-Politiker von sich gibt; in diesem Fall der CDU-Stadtrat des sächsischen Plauens und Straßberger Ortschaftsrat Dieter Blechschmidt. Jener hatte in der Freien Presse vom 25.04.2012 Homoseyualität als „schwere Sünde“ bezeichnet und darauf am 27.05. auf Facebook in einem Kommentar nachgelegt:

die bibel ist in ihrem kern sogar bis zu 5000 jahre alt und war immer in ihren aussagen topaktuell. die zeiten ändern sich aber grundlegende richtlinien für das menschliche zusammenleben ändern sich genausowenig wie naturgesetze. wenn die bibel seit 5000 jahren eindrücklich vor homosexualität warnt dann ist das auch heute noch gültig, selbst wenn einige politsch korrekte politiker das anders sehen. bitte nicht falsch verstehen – natürlich können schwule und leseben zunächst mal nichts für ihre krankheit und niemand darf sie dafür verurteilen, doch eine krankheit sollte nicht zur gesellschaftlichen normalität erhoben werden, sondern den betroffenen sollte hilfe angeboten werden …

Laut CDU Watch, die von diesem Fall berichtet haben, hat sich die Plauener CDU bisher noch nicht von Blechschmidts Ausführungen distanziert. Auch personelle Konsequenzen seien bislang noch keine angekündigt. Dafür reagierte der SPD-Stadtrat Benjamin Zabel auf die verbalen Lufttritte forderte eine Entschuldigung von Blechschmidt oder dessen Rücktritt.

Natürlich – mag man nun einwenden – seien das alles nur die wirren Äußerungen irgendeines unbedeutenden Gemeindepolitikers, der vorsintflutliche Thesen vertritt. Andererseits könnten die Damen und Herren vom Qualitätsjournalismus doch mal nachfragen *hint* *hint*, ob die CDU nicht ein Problem mit homophoben Außenseitern in ihren Reihen habe. Das wäre doch mal was, oder?

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