2839%: GEMA-Tarifreform für Clubs und Gebühren für Speichermedien mit irrwitzigen Preissteigerungen

Comic - Club- und Diskonächte nach der GEMA-Reform
(Bild via)

Der deutsche Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA hat gemeinsam mit dem Bundesvereinigung der Musikveranstalter ein paar Rechenbeispiele erstellt, welche die neuen GEMA-Tarife für Clubs und Diskotheken prognostiziert, die ab dem 01. Januar 2013 in Kraft treten sollen. Eine Musikkneipe mit 220 qm Raumgröße, ohne Eintritt, an sieben Öffnungstagen Musik mit Laptop von 20:00-2:00 Uhr spielt, erhält nach Rechnung der DEHOGA eine Preissteigerungen von unfassbaren 2839% (von bisher 2.011,89 Euro auf 59.123,06 Euro im Jahr).

Die GEMA selbst wollte mit den neuen Tarifen für mehr Transparenz sorgen. Anscheinend sind sie leicht übers Ziel hinaus geschossen. Die weiteren Beispielrechnungen findet ihr hier (via KFMW).

Des Weiteren kam über die Piraten noch folgende Meldung rein:

Die Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ) hat eine neue Gebührenordnung angekündigt. Die Abgaben für Speichermedien sollen um bis zu 1850 Prozent erhöht werden. Eine offizielle Begründung dafür hat die ZPÜ nicht abgegeben. Die Piratenpartei Deutschland verurteilt diese willkürliche Preiserhöhung. Statt undurchsichtiger Preisfestlegungen fordern die PIRATEN eine einfache Vergütung nach Höhe des Verkaufspreises sowie eine Stärkung der Privatkopie.

Der Zweck von Urheberrechtspauschalabgaben ist es, einen Ausgleich für die Erlaubnis der Privatkopie nach §53 und §54 UrhG zu schaffen.

Welche Preissteigerungen das konkret für Festplatten, USB-Sticks und SD-Karten bedeutet, ist natürlich noch nicht absehbar. Gleichzeitig eine Einschränkung von Privatkopien voranzutreiben und Gebühren für ‚potenzielle‘ Kopien zu verlangen, ist allerdings ziemlich fragwürdig.

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