GEMA verlangt erneut Gebühren für Creative-Commons-Musik

Die GEMA geht, wie nach dem erfolgreichen Gerichtsprozess zu erwarten war, erneut gegen einen Sampler mit CC-Musik vor, der von den Musikpiraten veröffentlicht wurde. Trotz CC-Lizenz fordert die GEMA Gebühren für ganze fünf der auf dem Sampler enthaltenen Songs. Die Forderungen überbieten laut der Pressemitteilung der Musikpiraten die vergangenen GEMA-Aktionen noch mal an Dreistigkeit:

Der Ärger mit der GEMA reißt beim Musikpiraten e.V. nicht ab. Erst verlor der Verein vor Gericht in erster Instanz gegen die GEMA, und jetzt werden erneut Lizenzgebühren für Gewinner-Songs des diesjährigen Free! Music! Contests verlangt. Da Texasradiofish – die Band, die lieber anonym bleiben will – auch wieder darunter ist, ist das eigentlich kaum überraschend. Aber die Texaner sind nicht die einzige Band, für die die GEMA Gebühren verlangt: Bei insgesamt fünf Titeln macht die GEMA Ansprüche geltend.

Der neben Texasradiofish vermutlich bekanntesten »Problemfall« ist der Berliner Rapper Tapete, der erst vor wenigen Wochen in der taz ausführlich erklärte, warum er kein GEMA-Mitglied ist. Tapete ließ seinen Künstlernamen vor mehreren Jahren amtlich in seinem Personalausweis eintragen und benutzt ihn seitdem überall – von der Bahncard bis hin zur EC-Karte, auf jedem Dokument ist nur noch »Tapete« zu finden. Dennoch kein Grund für die GEMA, nicht pauschal Geld für den Song »Von Freiheit nicht genug« zu verlangen.

Tapete ist davon natürlich wenig begeistert. Ausgerechnet der GEMA soll er seinen bürgerlichen Namen verraten? Er stellt sich quer: »Die GEMA wird meine Adresse und meinen bürgerlichen Namen nur mit klassischer Detektivarbeit herausfinden können. Ich bin kein Mitglied und profitiere nicht von den vielfach beschworenen Vorteilen dieses Vereins, und trotzdem soll ich immer wieder meine kostbare Zeit dafür aufwenden, dies zu beweisen?«

Mit der GEMA will Tapete nichts zu tun haben. Aus diesem Grund ist er schließlich dort nicht Mitglied geworden. Er möchte nicht ständig Rechenschaft für sein künstlerisches Handeln ablegen müssen. Seine Forderung ist, dass die GEMA sich vor allen GEMA-freien Musikschaffenden rechtfertigt, die ständig irgendwelche GEMA-Listen ausfüllen müssen, damit Veranstalter oder Samplerproduzenten keinen »auf den Deckel bekommen«.

Neben Künstlern, die ihre Werke pseudonym veröffentlichen wollen, gibt es aber auch die ganz alltäglichen Namensgleichheiten. Markus Koller, Künstlername »starfrosch«, hat beispielsweise einen Namensvetter in Österreich, der Mitglied des dortigen GEMA-Pendants AKM ist. Jedes Mal, wenn der Schweizer CC-Musiker eine CD in Deutschland produziert, muss er der GEMA gegenüber erneut beweisen, dass diese keine Rechte an seiner Musik hält.

Um das Problem zu entschärfen, fordert Christian Hufgard, Vorsitzender des Musikpiraten e.V., eine Änderung der Gesetzgebung. Diese erlaubt der GEMA zurzeit, pauschal vorauszusetzen, dass sie die Rechte an jeglicher Musik habe. »Eine einfache Überprüfungspflicht, ob ein Werktitel bei einer Verwertungsgesellschaft angemeldet wurde, würde der freien Kunstszene massiv helfen. Wir leben ja nicht mehr im letzten Jahrtausend, wo für so eine Überprüfung von Hand hunderte von Ordnern gewälzt werden müssen. Außerdem ist es ja auch heute schon so, dass Urheber kein Geld von der GEMA erhalten, wenn sie einen Titel nicht anmelden. Zahlen muss der Nutzer dann aber trotzdem dafür.«

Via KFMW.

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