Facebook (Does Not) Like: Der 2-Klick-Button kommt

Facebook Like-Button - 2-Click-Button

Nachdem Facebook nun schon eine ganze Weile in der Mitte der (digitalen) Gesellschaft angekommen ist, fiel einigen Datenschützern auf, dass der Like-Button ziemlich viele Daten von den Nutzern abgreift. Und das ohne deren Einwilligung. Das verstößt gegen geltendes Recht, wie auf datenschutzbeauftragter-online.de angemerkt ist („Übermittlung von Daten nur mit Einwilligung oder rechtlicher Grundlage“).

Sie schreiben weiterhin:

Zusätzlich zu den Datenmengen, die User dort freiwillig veröffentlichen, wird über eine ausgeklügelte Cookie- und Tracking-Technik mehr gesammelt, als viele User ahnen. Mit dem Like-Button kann Facebook Daten über die Vorlieben seiner Nutzer nicht nur auf der eigenen Webseite, sondern auch im ganzen Netz sammeln.

Die genauen Kritikpunkte erfahrt ihr in dem oben verlinkten Artikel, hier auf Heise Online und auf der Page des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein.

Ins Rollen gekommen war die Sache unter anderem, nachde, der Datenschützer Thilo Weichert Unternehmen in Schleswig-Holstein aufgefordert hatte, ihre Facebook-Fanseiten bis Ende September 2011 zu löschen. Andernfalls drohen hohe Bußgelder von bis zu €50.000 (nachzulesen bei Zeit Online). Dies klingt dramatisch, gerade ob der massenweisen Verbreitung des „Gefällt mir“-Knopfes. Über 12% aller Domains besitzen inzwischen den Social-Media-Button des Netzwerk-Giganten.

Heise Online hat – neben dem Radiosender SWR3 – nun eine Abwandlung des Like-Buttons entwickelt, der explizit auf die Datenübertragung hinweist: den so genannten „2-Klick-Button“. Heise Online hat ihn bereits integriert, ebenso für Twitter und Google Plus. Hier seht ihr das Prinzip (via Heise Online ‚2 Klicks für mehr Datenschutz‘):

2-Klick-Button für Facebook-Likes

„Einziger Unterschied zu herkömmlichen Lösungen ist, dass diese Buttons vor einer expliziten Aktivierung keine Daten an Facebook übertragen,“ heißt es hierzu. Das ist keine perfekte Lösung, aber immerhin datenschutzkonform. Facebook gefiel die Sache allerdings rein gar nicht. der Internet-Konzern drohte Heise damit, ihre Applikation zu sperren und sie ggf. auf die schwarze Liste von Facebook zu setzen. Zankapfel war das Design des 2-Klick-Buttons, der unerlaubt das Facebook-Design für eine eigene Anwendung übernommen hat (siehe Abbildung oben).

Nachdem heise in diesem Punkt nachgebessert hat, legte Facebook jedoch keinen weiteren Protest ein. „Um es klar zu stellen: 2-klick-Button ist nicht ideal – aber kein Problem. Nur ein Like-Button der grafisch so tut als ob er einer ist, ist nicht ok. Das ist alles,“ so Tina Kulow von Facebook Deutschland via Twitter.

Das Gute daran: Heise.de hat laut eigener Aussage bereits über 500 Anfragen zum Code erhalten. Heise plant, den Code für den 2-Klick-Button bereits Anfang nächster Woche zur Verfügung zu stellen, und arbeitet z.Z. an einer Anleitung, welche das Einbinden des Codes erklärt. In Zukunft werdet ihr also dem neuen zweistufigen Like-Button wohl häufiger begegnen (im Idealfall auch bald auf diesem Blog). Da macht sich der deutsche Sonderweg mal wieder bemerkbar. Diesmal allerdings nicht unbedingt im negativen Sinn.

Wer sich den Button, der vom Facebook-Design zumindest vor der ersten Aktivierung leicht abweicht, mal anschauen möchte, sollte sich die Meldung von Heise Online zu dem Thema durchlesen:

Facebook beschwert sich über datenschutzfreundlichen 2-Klick-Button

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1 Antwort auf „Facebook (Does Not) Like: Der 2-Klick-Button kommt“


  1. 1 Artikel: Vom Netz fürs Leben lernen « The Dead Cat Bounce Pingback am 07. Oktober 2011 um 22:21 Uhr
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