Archiv der Kategorie 'Economy and PR'

Arte+7: Staatsgeheimnis Bankenrettung

Spannende Reportage mit Sachbuchautor Harald Schumann zum Kern der Finanzkrise und der aktuellen Euro-Problematik, mit interessanten Fakten und Hintergründen und (leider) auch jeder Menge Phrasendrescherei von den Interviewpartnern. Trotzdem: Ansehen.

50 Milliarden Euro in Griechenland, 70 Milliarden Euro in Irland, 40 Milliarden Euro in Spanien – ein Eurostaat nach dem anderen sieht sich gezwungen, seine Banken mit gigantischen Summen zu stützen, um damit die Verluste auszugleichen, die den Geldhäusern aus faulen Krediten entstanden sind. Aber wohin gehen die Milliarden eigentlich? Wer sind die Begünstigten? Mit dieser einfachen Frage reist der preisgekrönte Wirtschaftsjournalist und Sachbuchautor Harald Schumann quer durch Europa und bekommt verblüffende Antworten.

(Arte.tv via Rivva)

Child of the 90s: Microsoft erinnert an unsere Kindheit

Ah, die Neunziger. Was für einen absoluten Blödsinn wir uns da geleistet haben. Blinkende Turnschuhe, Bauchtaschen und … Pogs. Das war irgendwie alles ziemlich bescheuert. Aber wie das nun mal mit bescheuerten Sachen aus der Kindheit so ist, hat man nostalgische Gefühle, wenn man daran zurückdenkt.

Auf diese Nostalgie setzt auch Microsoft, wenn sie den inzwischen erwachsen gewordenen Pog-Spieler von damals an den Internet Explorer erinnern. Weißt du noch, du fandest mich mal hammer. Ich war der beste Browser auf der ganzen weiten Welt.

Ja, IE, das warst du. Irgendwann einmal. Denn das ist das Dumme an Nostalgie: Sich dran erinnern ist schön. Aber heute noch mal denselben Quatsch benutzen? Nee, garantiert nicht. Und wenn, dann lieber Pogs.


(Direktlink)

Filesharer geben mehr Geld für Musik, Filme und Spiele aus

Statistik - Filesharer kaufen mehr kreative Inhalte im Vergleich zum Normalverbraucher

Statistik - Filesharer kaufen mehr kreative Inhalte im Vergleich zum Normalverbraucher

Na, wer sagt’s denn. Filesharer sind die Rettung der Contentindustrie. Ups.

A comprehensive report published by the Dutch Institution for Information Law and CentERdata reveals that compared to the rest of the population, file-sharers are more likely to pay for movies, books, games, concerts and box office tickets. The report further reveals that blocking websites such as The Pirate Bay does very little to deter consumers from sharing copyrighted files online.

Bereits vor kurzem ergab eine Studie, dass Filesharer 30% mehr Musik kaufen als der Rest der Bevölkerung (in Deutschland sind’s sogar 300%). Die neuen Ergebnisse passen in dieses Bild.

Man muss dazu sagen, dass es ziemlich viele Studien zu Filesharing gibt, die allerlei widersprüchliche Resultate hervorgebracht haben. Allerdings macht obige Studie nochmals ziemlich deutlich, dass das Bild von einer Generation, die alles umsonst haben will, nichts als PR der Platten- und Filmindustrie ist. Hoffentlich sehen die bald ein, dass ihre Kampagnen sich nicht nur gegen Filesharer richten, sondern vor allem gegen ihre eigenen Kunden.

Mehr Details zu Studie und Ergebnissen findet ihr hier: File-Sharers More Likely to Pay for Movies, Books, Games and Concerts

Der Gedankenleser und sein „Trick“

Clever gemacht.


(Direktlink, via reddit)

Ist natürlich als Viral Ad geplant und erfüllt auf diese Weise seinen Zweck. Immerhin lenkt das Video den Blick auf die Unsicherheit von Daten, die Nutzer (z.T. freiwillig) von sich preisgeben. Und es zeigt, dass Hacker doch Skimasken tragen.

Praktikumsrap, der finale Fail: Sparda Movie Stars

Okay, ich check’s langsam echt nicht mehr. Nachdem sich BMW und Edeka mit ihren Praktikantenrap-Videos amtlich auf die Schnauze gelegt haben, muss nun auch die Sparda-Bank Südwest ihre Praktis und Azubis demütigen, indem sie drittklassigen Schulhofs-HipHop zur Eigenwerbung benutzt. Ist das irgendeine Form von Viral Marketing, die auf negative PR setzt? Oder wollen sich die Unternehmen an Peinlichkeiten überbieten? Ist solche Werbung eigentlich strafbar? Ach.


(Direktlink)

Protest gegen GEMA-Reformen am 06. September (und die Reaktion der GEMA darauf)

Zum Glück hat die GEMA gestern Mails an ihre 33.000 Mitglieder verschickt, sonst hätte ich beinahe verpasst, dass für den 06. September Anti-GEMA-Demonstrationen geplant waren. Die Demos richten sich gegen die Tarifreform für Clubs und Veranstaltungslocations.

Die E-Mail wurde von einem der 33.000 Mitglieder weitergeleitet und auf Twitter veröffentlicht. Darin beschreibt die GEMA, wie man auf die Proteste reagieren wolle. Z.B. mit einem Social-Media-Team, „das hier schnell und schlagkräftig posts und tweets kommentiert und die Diskussion rund um die Demo sachlich steuert.“ So so.

Die geleakte Mail ist sonst eher interessant, um Einblick in die PR-Strategie des Rechtevertreters zu haben, große Entdeckungen finden sich darin nicht. Unten könnt ihr einen Blick darauf werfen, hier findet ihr das Rundschreiben der GEMA, in dem die Tarifreform – zwecks Argumentationsstütze – „stichpunktartig plakativ zusammengefasst“ wurde. (via KFMW)

From: GEMA-Information
To: XXX
Sent: Monday, September 03, 2012 7:47 PM
Subject: Anti-GEMA-Demonstrationen am 06.09.: Hintergrundinformationen und Fakten

Liebe Mitglieder,

sicherlich haben Sie bereits aus der aktuellen Presseberichterstattung oder auf diversen Social-Media-Plattformen erfahren, dass für den 6. September 2012 an fast allen GEMA-Standorten und weiteren deutschen Städten Demonstrationen gegen die Tarifreform angekündigt sind – so in Berlin, Dortmund, Dresden, Frankfurt, Leipzig, München, Nürnberg, Stuttgart.

Worum geht es?

Hauptveranstalter des Anti-GEMA-Tages am 06.09. ist das Aktionsbündnis Kultur-retten.de. Auf einer Kampagnenwebsite wird zu einer Demo zeitgleich an fast allen GEMA Standorten aufgerufen. Gefordert wird, die ab 2013 gültige Tariferhöhung zu verhindern, da diese die kulturelle Vielfalt im gesamten Veranstaltungssektor bedrohe und eine Vielzahl von Arbeitsplätzen im Veranstaltungsbereich gefährde. Der Veranstalter will mit der Website Kultur-retten.de eine Kommunikationsplattform und ein Netzwerk für alle bieten, deren Existenz direkt von den neuen Tarifen gefährdet sei. Der Tag wird über lokale Bündnispartner organisiert, die wiederum auf verschiedenen Kanälen zur Demo aufrufen und die Menschen mobilisieren. Ein zentraler Kanal ist hier Facebook. Aktuell sieht der Ablauf in Berlin und München wie folgt aus:

Wie agieren wir?

Ein rechtliches Vorgehen der GEMA dagegen ist – auch wenn von den Organisatoren vielfach mit falschen und polemischen Behauptungen gearbeitet wird – aufgrund des grundgesetzlich gewährleisteten Versammlungsrechts nicht möglich.

Unser Ziel ist es, die Diskussion zu versachlichen.

Wir bereiten uns kommunikativ sowie medial darauf vor – im Vorfeld über Interviews, Statements und lancierte Medienberichte und ein Schreiben an die Diskotheken- und Clubbetreiber. Am Tag selbst laden wir die Presse in alle Bezirksdirektionen und Generaldirektionen zu einem Gespräch ein. Die Dynamik in den Social-Media-Kanälen verfolgen wir mit einem erweiterten Backup-Team, das hier schnell und schlagkräftig posts und tweets kommentiert und die Diskussion rund um die Demo sachlich steuert.

Was können Sie tun?

Einige von Ihnen unterstützen unsere Medien- und Kommunikationsarbeit bereits aktiv in der Öffentlichkeit, in der Politik als auch auf unseren Social-Media-Kanälen GEMAdialog. An dieser Stelle möchte ich mich bei Ihnen ganz herzlich dafür bedanken. Denn: Ihre Argumente, Ihr Eintreten für eine angemessene Vergütung der Urheber und Ihr Wort finden Gehör. Sie als Musikurheber sind in dieser Forderung glaubwürdig.

In der Diskussion um die neuen Tarife ist Ihr Wort als Urheber mehr denn je gefragt.

Um diese Diskussion auch argumentativ zu führen, haben wir für Sie ein Dokument erarbeitet, indem wir die Tarifreform stichpunktartig plakativ zusammengefasst haben. Wir wollen Ihnen damit weitere schlagkräftige Argumente für die Diskussion liefern.

Da unsere Datenbank aktuell leider nur rund 33.000 E-Mail-Adressen umfasst, bitte ich Sie, diese Email und dieses Fact sheet an all jene weiterzuleiten, die diese Informationen womöglich nicht erreicht haben.

Ich danke Ihnen sehr für Ihre Unterstützung und verbleibe mit den besten Grüßen,

Ursula Goebel

Direktorin Marketing

Leitung Kommunikation & PR

Oil Wars

Animierter Kurzfilm von Alexander Perry und Michael Wilson für das post carbon institute zur globalen Öl-Problematik.


(Direktlink, via KFMW)

The most amazing iPhone yet

Äußerst pfiffige Samsung-Werbung nach dem verlorenen Prozess gegen Apple, wobei hier die Zeichen ordentlich auf Fake stehen (zahlreiche Grammatikfehler, zudem würde Samsung nicht erneut so dreist die Corporate Identity von Apple klauen, s. Schriftstil).

Samsung Galaxy S3 iPhone Ad - The most amazing iPhone yet
(via 9Gag, dessen Watermark ihr im obigen Bild noch erkennen könnt … bin grad zu knapp angebunden, um selbst nen Screenie zu schießen)

Smartphone Wars: Apple gewinnt 1-Milliarde-Dollar-Rechtsstreit gegen Samsung

Comic - Apple Patents Law Suit

Apple hat den Rechtsstreit gegen Samsung gewonnen und dabei die Summe von $1,049,343,540 zugesprochen bekommen (wie sich die Summe zusammensetzt, lest ihr hier). Auch wenn Samsung in Berufung geht, hat das Urteil weitreichende Konsequenzen. Weniger aufgrund der Höhe der Summe (finanziell kann Samsung so etwas verkraften), sondern eher wegen eines möglichen Verbots von Samsung-Produkten in den USA. Was dem freien Wettbewerb auf dem Smartphone/Tablet-Markt einen herben Schlag versetzen würde (siehe dazu auch das Urteil des Düsseldorfer Landgerichts letztes Jahr).

Das Urteil ist umso unverständlicher, wenn man die Entscheidungsfindung der Jury berücksichtigt. Dan Gillmor schreibt in einem Kommentar des britischen Guardian:

The jury’s quick decision – just two days of deliberations in an immensely complex case, with more than 100 pages of instructions from the judge – surely means the panel members had made up their minds in the courtroom and spent most of their time in the jury room filling out a 20-page form of checkboxes and granular detail. And on almost every point that mattered, they gave Apple what it wanted. The jury tossed out virtually all of Samsung’s counter-claims against Apple for infringement on its own patents, and awarded no damages to Samsung.

Crucially, the jury found none of Apple’s patents invalid, despite substantial evidence that others anticipated many of the innovations that Apple put together when it released its first iPhone. This is a shame, because Apple’s abuse of our out-of-control patent system has given Apple its chief ammunition in its global campaign to destroy Google’s Android operating system, which Samsung (and many others) adopted for its smart phones.

Freilich wird Apple in anderen Verfahren selbst verklagt. Das Ergebnis ist ein gigantischer Billionen-Dollar-Clusterfuck, in der Heerscharen von Anwälten aufeinander losgelassen werden und im Endeffekt ein Produkt nach dem nächsten vom Markt verbannen. Wikipedia hat dazu eine ganze Liste von Klagen in den Smartphone-Wars. Als Infografik sieht das so aus:

Smartphone Wars - Wer verklagt wen (Infografik)
(Bildquelle)

Nutzungsbedingungen: TL;DR-Website gestartet

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Das Projekt ist ein Ergebnis des Chaos Communication Camps 2011, die Website ist seit Juni online:

“I have read and agree to the Terms” is the biggest lie on the web. We aim to fix that. We are a user rights initiative to rate and label website terms & privacy policies, from very good class A to very bad class E.

Zu Terms of Service; Didn‘t Read (via Nerdcore)