Archiv der Kategorie 'Economy and PR'

The End of the World as We Know It: High Frequency Trading 2007-2012 (GIF)

Zum Abschluss dieses GIF-reichen Tages hier noch eines der beeindruckendsten animierten Bilder, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Die Animation von Nanex zeigt eindrucksvoll den Anstieg des Börsenvolumens an der Wall Street seit 2007. Begünstigt wird dies durch High Speed Trading, also Transaktionen, die von Computerprogrammen augenblicklich und automatisiert ausgeführt werden.

Erste dramatische Ausschläge finden sich im September 2008, zu Beginn der Weltwirtschaftskrise. Ab 2010 geht’s dann richtig rund. Und 2011 beginnt die Herrschaft der Maschinen.

Wall Street High Speed Trading with Computer Programmes 2007-2012 Visualized

Von Motherboard (via Nerdcore):

Given the the endless mind-whirling acronyms, derivatives and structures of the financial markets, we’re rarely served with a visualization that so elegantly illustrates the arrival of Wall Street’s latest innovation. This is what High Frequency Trading — the official monicker of Wall Street’s robot army — looks like, when specially programmed computers make massive bets at lightning speed. Created by Nanex, the GIF charts the rise of HFT trading volumes across all US stock exchanges between 2007 and 2012. The initial murmur, the brewing storm, the final detonation: Not just unsettling, it’s terrifying.

Kostenvergleich: Mars Rover vs. Olympia

Da in den Nachrichten mal wieder von den horrend teuren Kosten des Mars Rovers Curiosity zu hören war (2,5$ Milliarden für das gesamte Projekt des Mars Science Laboratory der NASA), hier mal ein Vergleich der Kosten für den MLS Rover und für die Olympischen Spielen. Nur dass letztere scheinbar niemand in Frage stellt.

Comparison by the Numbers - Costs for Mars Rover Curiosity NASA MLS Project vs. Olympic Games in London Pie Chart Statistics
(via)

Never Mix Vodka and Vinyl

Die halbstarken DJs bei Smirnoff brauchen weder Equipment noch Platten fürs DJing. Keine Ahnung, wo die Kabel der Kopfhörer hin führen.

Smirnoff Nightlife DJ Ad Campaign Fail
(via iCrates)

Vielleicht ist auch Air DJing ein neuer Trend im Nachtleben?

„Geheimoperation: Schnecken-Netz“: ZDF-Beitrag zur Netzneutralität

Für das ZDF schreibt Alfred Krüger über die Problematik der Netzneutralität, und wie viele Provider bereits heute versuchen, die Spielregeln im Kampf um die Daten zu bestimmen:

Während der eine User alle Videos ruckelfrei genießen kann, braucht ein anderer viel Geduld. Er hat bei seinem Provider für dieselbe Bandbreite bezahlt. Trotzdem ruckelt das Video, und der Download dauert Ewigkeiten. Vielleicht nutzt er nur den „falschen“ Internetprovider, einen nämlich, der datenintensive Dienste wie YouTube heimlich ausbremst?

Internetprovider greifen immer öfter in den Datenverkehr ein, um das Verkehrsaufkommen zu begrenzen, sagt Krishna Gummadi vom Saarbrücker Max-Planck-Institut für Softwaresysteme. Das geschieht meist heimlich. „Sie verbergen, wie sie den digitalen Verkehr im Detail regeln“, so Gummadi.

Hier geht’s zum kompletten Beitrag. Und hier findet ihr das dazugehörige Video.

Photoshop-Journalismus in Österreich

Gianluca Wallisch hat auf Twitter folgendes Bild gepostet, dass offenbar eine Bildmanipulation des österreichischen Boulevard-Blatts Die Krone enthüllt. Hierbei wurden ein Vater mit Kind sowie eine Frau aus einem Bild ausgeschnitten und im Wag the Dog-Stil in einen Kriegsschauplatz versetzt.

Photoshop-Manipulation zu Krieg in Syrien - Krone und Agentur EPA Foto im Vergleich

Ich habe leider nicht die beiden Originalquellen zum Vergleich vorliegen. Allerdings wäre dies nicht der erste Fall, bei dem die Krone die Wahrheit mittels Fotos verfälscht.

Ad-Kick

StreetArt - Ad-Kick by Florian Rivière

Mehr von Florian Rivières cleverer StreetArt findet ihr auf rebel:art.

Shell’s Social Media Campaign (Hoax): Let’s go! Arctic

**UPDATE**

Wie bereits unten vermutet, handelt es sich bei der Kampagne um einen gelungenen Scherz, der – ebenso wie das Arctic Launch Party Fake Video – auf das Konto von Greenpeace und den Yes Man geht (siehe Pressemitteilung von Greenpeace und UPI-News zur Social Media-Kampagne). Shell hat jedoch laut HuffPost nicht vor, die Macher der Seite zu verklagen.

Originalmeldung:
Okay, im folgenden Fall weiß ich wirklich nicht, ob das eine echte Kampagnenseite ist oder eine Satire sein soll. Zwar sieht alles auf arcticready.com ziemlich offiziell aus (inklusive Firmenlogo, Kontaktdaten, etc.), aber es fällt mir schwer zu glauben, dass Shell das ernst meinen kann. Shell – genau diejenigen, die vor knapp zwei Jahren im Golf von Mexiko eine verheerende Ölpest verschuldet haben.

Shell versucht nun mit Arctic Ready, bzw. dem Kampagnenslogan „Let’s go!“ scheinbar die Öffentlichkeit auf Bohrungen in der Arktis vorzubereiten. Zugleich will man eine Art Schulterschluss mit Umweltaktivisten und Klimaschützern wagen, indem Shell globale Bedrohungen wie den Klimawandel anerkennt – und gleichzeitig verteidigt, warum man trotzdem so weiter macht wie bisher.

Das klingt dann so: „300,000 people already perish each year from climate-change-related causes“ und „further disruption of our planet’s delicate climate could well result in incredibly dire consequences“. Nur um im nächsten Satz Folgendes loszulassen: „But we also recognize that even the most vulnerable need ever-growing fossil fuel resources for their travel, leisure, scientific, and infrastructure expansion needs.“

Es kommt aber noch besser: Shell hat scheinbar „Let’s go!“ zu einer Social-Media-Kampagne gemacht. Nutzer sollen bis Donnerstag eigene Plakate gestalten. Die besten Plakate werden gedruckt und landesweit platziert. So wie diesen Vorschlag von User Marcel:

Shell Social Media Disaster Let's go! - Turn the power on, it's time to melt some ice

Andere Vorschläge bieten beißenden Sarkasmus, Persiflagen auf Originalslogans oder unverblümte Kritik an den Verantwortlichen. Mehr davon findet ihr hier. Dort könnt ihr ebenfalls eigene Vorschläge einreichen.

Als Grund für die Social-Media-Kampagne nennt Shell „people like straight talk about oil, and that what they prize most is honesty and enthusiasm about the challenges in obtaining it.“

Offen gesagt halte ich aber auch Shell’s eigene Vorschläge für Let’s go! Arctic für derbe Satire. So wie das Bild mit dem Eisbären (In order to survive, we all have to push our limits) oder das folgende Motiv:

Shell Let's go! Arctic Drilling Campaign - Never forget

Wie gesagt, mir fällt es echt schwer, das alles ernst zu nehmen. Die Idee, dass ein Ölkonzern für Arktis-Bohrungen einen auf Social Media macht, ist einfach eine ganze Ecke zu bescheuert.

Den abschließenden WTF-Moment hat mir dann diese Zusammenfassung der PR-Kampagne beschert:

Another thing our research has found is that people prefer certainty to mere possibility; a bird in the hand, after all, is worth two in the bush (or the snow, as the case may be). So while climate change is a serious thing, and its effects, as scientists say, could wipe out a large chunk of humanity, such outcomes are a mere possibility—whereas the benefits from oil extraction are a certainty. Not only does oil certainly permit our civilization to continue, it is also certain that it could be used to help us transition to clean fuels, not to mention rebuild our infrastructure should climate disaster strike.

Everyone can appreciate how oil—the dinosaurs‘ parting gift to Man—can be used to help build a better future for everyone. Let’s Go!

In diesem Sinne, danke Dinosaurier!

edit: Nachdem ich jetzt die Kids-Seite inklusive des Spiels „Angry Bergs“(sic!) gesehen habe, tippe ich definitiv auf Satire. Eine sehr gut aufgemachte Satire zwar, aber das kann wirklich kein Mensch mehr ernstnehmen. Trotzdem sehr witzig.

Was die Frage „wer macht sowas?“ angeht, würde ich auf dieselben Leute tippen, die bereits sehr erfolgreich ein Fake-Video für die Shell Launch-Party der Arktis-Bohrungen inszeniert haben, das damals von einigen Blogs und Medien aufgegriffen wurde (Story dazu auf Gawker).

LIBOR – Der größte Bankenskandal aller Zeiten (Infografik)

LIBOR-Skandal - Größtes Wirtschaftsverbrechen aller Zeiten (Infografik)

Zur Zeit befinden sich die englischen Bankenmanager wieder unter Beschuss, denn erneut erschüttert ein massiver Bankenskandal die Finanz- und Politwelt. Genauer gesagt geht es um die London Interbank Offered Rate (LIBOR), die bislang wohl einzig Fachleuten ein Begriff war.

Im Prinzip geht es darum, dass Banken von 2007 bis 2009 die ihnen von der Öffentlichkeit geliehenen Gelder veruntreut haben, und sich durch Insider-Wissen und Lügen über die wahren Zinssätze eigene Vorteile verschafft haben. In Billionenhöhe! Und das alles zu lasten der öffentlichen Hand, also jedes Steuerzahlers.

Wie das genau abgelaufen ist, versucht Businessinsider in einer Infografik zu erläutern, die ihr hier finden könnt. Auch dieser Kommentar von Robert Reich ist aufschlussreich: This Is The Wall Street Scandal Of All Scandals.

Ich weiß nicht, ob ich hier einfach etwas uninformiert bin, aber für die Tragweite dieses Skandals finde ich erstaunlich wenig Berichte in den Medien. Wo bleibt die Wut? Wo der Aufschrei? Vielleicht fällt einem auch einfach nicht mehr ein, was man noch dazu sagen soll.

Leitungswasser > Mineralwasser

Die Stiftung Warentest kam zu dem Ergebnis, dass Leitungswasser nicht nur viel günstiger, sondern in der Regel auch besser als stilles Mineralwasser ist. Da ich ein Anhänger des „Tab Water“ bin und nur notgedrungen im Supermarkt einkaufe, wenn ich mal ’ne neue Flasche brauche, gibt’s aus diesem Anlass erneut die altbekannte Story of Bottled Water.


(Direktlink)

Was tun mit der Gratis-BILD?

Für die heute deutschlandweit verteilte Gratis-Ausgabe der BILD-Zeitung haben einige schon die passende Verwendung gefunden.

Gratis-BILD als Klopapier
(via KFMW)

Siehe auch hier.